Unser emotionaler Körper und der Atem

Unser Körper liebt es mit Gefühlen zu uns zu sprechen. Sei es im Moment, indem ein Trigger schöne und nicht schöne Gefühle auslöst, sei es die Gedanken die uns zurückversetzen oder Blockaden, unverarbeitete Gefühle die sich immer wieder melden und vielleicht wieder weggedrückt werden.

Und meist reagieren wir zuallererst mit unserem Atem – wir halten unsere Luft an, gefühlt verschiebt sich die Zeit und von jetzt auf gleich empfinden wir starke Gefühle und unsere Laune hat sich geändert.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird von drei Körpern ausgegangen, dem Mentalen, dem Emotionalen und dem Physischen. Alles, was wir erleben, wird durch den Mentalen oder physischen in den Emotionalen gebracht. Man kann es sich so vorstellen, als würde der Mentale und Physische bei jedem Ereignis den Emotionalen Körper auffüllen.

Zur Verarbeitung wird der Atem als Lebenskraft gebraucht, in Verbindung mit Glukose wird unter anderem ATP (Adenosintriphosphat) erzeugt, was die notwendige Energie für alle Lebensprozesse bereitstellt. Atmen wir flach und in die Brust, verringern wir den Sauerstoffgehalt im Körper, es wird weniger ATP erzeugt, Organe werden nicht durchmassiert und die Energie für die emotionale Verarbeitung fehlt.

Wenn wir auf die Gefühle, auf das uns gesagt nicht ansprechen, wird der Körper es speichern, bis wieder eine passende Gelegenheit kommt, sei es im innen oder außen. Dadurch wird unser emotionaler Körper übervoll und die Verarbeitung der Gefühle und Körperempfindungen wird immer mühseliger und schwieriger. Manchmal sind wir im Wegdrücken so geschickt und machen es so lange, dass wir spürbare körperliche Blockaden, Beschwerden haben.

Unser Atem wird zunehmend flacher, wir verlernen in den Bauch zu atmen, durchzuatmen. Im täglichen Leben können wir die flache Atmung überall beobachten. Durch die Zwerchfellatmung, die Bauchatmung bekommen wir nicht nur mehr Luft, öffnen die gesamte Lunge, sondern geben unseren Organen mit jedem Atemzug eine Massage.

Wir speichern nicht nur im Bewegungsapparat, sondern auch in unseren Organen. Die sind laut traditioneller Chinesischer Medizin mit den Gefühlen verknüpft. Das Herz zum Beispiel mit Liebe, Glück, Freude bei den positiven und Ungeduld, Sorge und Trauer bei den negativen. Nachfolgende Tabelle zeigt alle pos. Und neg. Gefühle den Organen zugeordnet:

Organ

Positiv

Negativ

Herz

Liebe
Glück
Freude

Ungeduld
Kummer
Trauer

Magen, Milz

Vertrauen
geerdet Sein
Ausgewogenheit

Misstrauen

Sorge
Stress

Niere

Liebenswürdigkeit
Kreativität
Sinnlichkeit

Angst
Einsamkeit
Erschöpfung

Darm

Mut
Selbstvertrauen/Vertrauen
Hingabe

Traurigkeit
Scham
Kontrolle

Harnblase, Sexualorgane

Zeigt wie ausgeglichen und energetisch die Person ist

 Leber

Freundlichkeit
Großzügigkeit
Neues beginnen

Ärger
Schuld
Bereuen
Eifersucht
Frustration

 

Sprichwörter von „Es ist mir was über die Leber gelaufen“, „Das geht mir auf die Nieren“, „Etwas schlägt auf den Magen“ oder „Das Herz auf der Zunge tragen“ kommen nicht von irgendwo her und widerspiegeln die Verbindung zwischen Körper und Psyche.

Mit unserem Atem können wir unsere Türen der Speicher öffnen und die Gefühle und Körperempfindungen verarbeiten und damit unseren Körper, unsere Organe und unsern Geist gesund halten. Egal was ist, denk daran zuallererst tief in den Bauch einatmen, hinblicken und verarbeiten.

Durch die Atemarbeit kann die gezielte Bauatmung trainiert werden, damit sie im Alltag sich integriert. Zudem wird durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr altes abgearbeitet und der emotionale Körper entleert, was sich wundervoll anfühlt.

Nimm dein Mut, tauch in die Welt des bewussten Atmens ein und gibt deinem Körper, deinen Organen durchgehend eine Massage.

Nicht vergessen wir Atmen im Bereich von 12-20 pro Minute, ca. 28.8000 Mal am Tag, in einem Leben von 80 Jahren bis zu 840 Millionen mal, es rentiert sich, sich damit zu befassen.

 

 

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